Kaum eine Stadt fühlt sich beim Einlaufen so besonders an wie Lissabon. Schon vom Schiff aus sieht man die Hügel der Stadt, die roten Dächer, die engen Häuserfassaden und die berühmte Brücke des 25. April, die sich riesig über den Tejo spannt. Möwen fliegen neben dem Schiff, die Sonne spiegelt sich auf dem Wasser, und irgendwo zwischen Hafen, Altstadt und Musik entsteht sofort dieses Gefühl: Diese Stadt hat Seele.
Deshalb gehört Lissabon für viele Kreuzfahrer zu den absoluten Lieblingshäfen in Europa. Das Schöne ist, dass viele Schiffe hier so zentral liegen, dass du die Stadt direkt zu Fuß erkunden kannst. Und genau das haben wir gemacht.
Gemeinsam mit einer weiteren Alleinreisenden liefen wir vom Hafen hinein in die Altstadt. Schon nach wenigen Minuten rattern die historischen gelben Straßenbahnen durch enge Kurven, Wäsche hängt zwischen alten Häusern, aus kleinen Cafés riecht es nach frischem Kaffee, und überall glänzen die typischen portugiesischen Azulejos an den Fassaden.
Lissabon wirkt gleichzeitig lebendig und entschleunigt — laut und trotzdem irgendwie ruhig.
Der schöneste Blick über Lissabon
Unser erster Stopp war der Miradouro de Santa Luzia. Ein Aussichtspunkt, den du am einfachsten mit dem Stadtaufzug erreichst. Dort oben fühlt sich das Ganze fast ein bisschen unwirklich an. Unter uns die roten Dächer von Alfama, kleine verwinkelte Gassen, Palmen, der Tejo und mittendrin das Kreuzfahrtschiff im Hafen.
Danach ging es weiter durch das berühmte Alfama-Viertel. Enge Kopfsteinpflastergassen, kleine Balkone voller Blumen, alte Häuser mit bunten Fliesen und immer wieder Straßenmusiker irgendwo zwischen den Treppen und Innenhöfen. Alfama ist einer dieser Orte, an denen man automatisch langsamer läuft.

Wenn selbst ein Matcha Latte plötzlich besonders wird
Und dann begann irgendwann die vielleicht wichtigste Mission des Tages: Starbucks finden. Nach fast vier Monaten unterwegs gab es für Christiane endlich wieder ihren geliebten Matcha Latte. So eine Kleinigkeit eigentlich und trotzdem einer dieser Momente, die auf langen Reisen plötzlich viel größer wirken als zuhause.
Für Anja gab es eine heiße Schokolade: kurz hinsetzen, durchatmen und einfach dieses Gefühl genießen, mal wieder etwas Vertrautes mitten in dieser lebendigen Stadt zu haben.
Lissabon und die Sache mit den Tattoos
Eigentlich war die Idee eines Erinnerungstattoos schon am Abend vor dem Anlegen in Lissabon in unseren Köpfen. Also liefen wir irgendwann nicht mehr nur durch die Stadt, sondern plötzlich mit einem ganz bestimmten Ziel durch die Gassen von Lissabon. Manche Studios waren geschlossen, andere umgezogen. Bei manchen öffnete niemand auf Klingeln, und einige wollten unser Motiv nicht stechen.
Bis wir schließlich vor RouteLisbonTattoo standen und sofort dieses Gefühl hatten: Hier passt es. Der Laden war modern, sauber und die Menschen dort unglaublich herzlich. Trotz Aufregung fühlten wir uns wohl.
Zuerst bekam Christiane ihren Kompass auf dem Unterarm gestochen. Danach wurde Anjas Schildkröte ebenfalls auf ihren Unterarm gestochen und während die Nadel ansetzt, passiert plötzlich etwas: Es geht gar nicht mehr nur um das Tattoo selbst, sondern um das, was Reisen manchmal mit einem machen.
Mut, Freiheit, Erinnerungen, Wachstum. All diese Dinge, die man oft erst unterwegs wirklich spürt.
Was wir übrigens erst später erfahren haben: Tattoos haben in Portugal tatsächlich eine lange Verbindung zur Seefahrertradition. Schon früher ließen sich Seeleute Symbole, Kompasse oder Tiere stechen, um ihre Reisen und Geschichten für immer bei sich zu tragen. Und irgendwie fühlte sich genau das plötzlich perfekt an. Und es entsteht etwas, das bleibt.
Was du in Lissabon sonst noch erleben kannst.
Lissabon hat unglaublich viele Möglichkeiten für einen perfekten Kreuzfahrttag. Viele fahren mit der berühmten Tram 28 durch die Altstadt oder besuchen den Torre de Belém und das Hieronymus-Kloster. Auch die berühmten Pastéis de Nata gehören natürlich dazu.

Egal ob Aussichtspunkt, kleine Gasse oder Cafés am Wasser — diese Stadt schafft es irgendwie ständig, besonders auszusehen. Vor allem das Licht macht Lissabon einzigartig: warm, golden und fast ein bisschen nostalgisch.
Das Auslaufen aus Lissabon ist fast noch schöner als das Einlaufen. Zurück an Bord wurde der Tag nochmal richtig emotional, denn das Sail Away aus Lissabon gehört für uns bis heute zu den schönsten überhaupt.
Langsam entfernt sich das Schiff von der Stadt, Möwen begleiten das Deck, die Sonne taucht die Häuser in goldenes Licht, und plötzlich fährt man unter der riesigen Brücke des 25. April hindurch. Ein Moment, bei dem selbst auf einem großen Kreuzfahrtschiff plötzlich alles ruhig wirkt.
Gut zu wissen für deinen Landtag in Lissabon
Viele Kreuzfahrtschiffe liegen sehr zentral, sodass du Lissabon problemlos auf eigene Faust erkunden kannst. Die Stadt ist allerdings extrem hügelig — bequeme Schuhe sind deshalb wirklich wichtig. Wer Aussichtspunkte besuchen möchte, sollte möglichst früh los, denn bei gutem Wetter wird es dort schnell voll.
Und falls du spontan auch ein Tattoo möchtest: Plane genug Zeit ein. Gute Studios sind beliebt, und spontane Termine sind nicht immer selbstverständlich.
Weitere Ausflüge und Touren für Lissabon findest du auf unserer Ausflugsseite, die wir in Kooperation mit meine-landausfluege.de haben.
Unser Fazit zu Lissabon
Lissabon ist eine dieser Städte, die man nicht einfach nur sieht, sondern erlebt.
Zwischen alten Straßenbahnen, verwinkelten Gassen, Aussichtspunkten und dem Blick auf den Tejo entsteht dieses besondere Gefühl aus Freiheit, Fernweh und Leichtigkeit. Manchmal nimmt man genau deshalb mehr mit nach Hause als nur Fotos und Erinnerungen im Herzen.
Und manchmal geht eine Stadt eben wirklich unter die Haut.
Mit Meeresrauschen im Herzen
Anja & Christiane 💙

