Der Moment, in dem du merkst: Vielleicht schaffe ich das wirklich

Es beginnt nicht mit Mut. Es beginnt mit diesem einen Gedanken, der plötzlich da ist und den du eigentlich sofort wieder wegschieben willst: „Ich würde auch gerne auf Kreuzfahrt gehen.“

Christiane erinnert sich noch genau daran, wie sich das bei ihr angefühlt hat. Nicht groß. Nicht klar. Eher wie so ein leises Ziehen. Da war einfach dieser Wunsch die Welt zu sehen, rauszukommen, wegzuwollen.

Und gleichzeitig waren da Gedanken wie: Aber allein? Das kann ich nicht.

Du machst weiter. Dein Alltag läuft. Alles wie immer, aber dieser Gedanke bleibt. Zwar leise, aber hartnäckig. Und er kommt immer wieder, wenn es kurz still wird.

Du fängst an dich weiter umzuschauen. Nicht, weil du wirklich vorhast zu buchen. Eher so, als würdest du dich vorsichtig herantasten. Mit dem Gedanken:

„Wie wäre das eigentlich alleine auf Kreuzfahrt?“

Christiane hat damals einfach angefangen zu googeln. Wundervolle Routen. Atemberaubende Ziele. Bilder, die so viele Träume wahr werden lassen. Und dann war da diese Reise nach Norwegen: 14 Tage hoch zum Nordkap, genau im Zeitraum, in dem sie bereits Urlaub eingetragen hatte. Unfassbar schöne Bilder. Und sie weiß noch, wie sie da saß und dachte:

„Das wäre genau meins“

Und während du schaust, passiert etwas, das du dir selbst kaum eingestehst: Du bist in Gedanken schon dort – an Bord. In Gedanken mitten auf deiner Kreuzfahrt. Für einen kurzen Moment siehst du dich an Deck stehen, mit Blick aufs Meer. Allein – aber nicht verloren, sondern frei.

Und genau da wird es schwer. Denn sofort kommen die Gedanken: „Das kann ich nicht, dafür bin ich nicht der Typ. Alleine auf dem Schiff, das wäre doch komisch.“

Und trotzdem klickst du weiter. Sie hat auch weitergeklickt. Immer wieder. Obwohl sie die ganze Zeit sich selbst erklärte, warum sie das niemals machen würde.

Das ist dieser Zwischenraum. Du bist noch nicht mutig, aber auch nicht mehr ganz draußen. Und dann ist er da: dieser eine Gedanke:

„Vielleicht… schaffe ich das wirklich.“

Sie erinnert sich noch daran, dass sie selbst kurz erschrocken war, als sie das gedacht hatte. Weil es sich nicht nach „Ich zieh das jetzt durch“ angefühlt hat, sondern eher wie: „Oh, warte mal – könnte ich das wirklich?“

Und sofort kommt dein Kopf hinterher: „Spinn ich eigentlich? Das ist ja komplett unrealistisch. Ich kenne da doch gar niemanden.“ Und trotzdem bleibt dieser Gedanke. Weil sich etwas verschoben hat. Vorher war es nur ein Wunsch, jetzt ist es plötzlich eine Möglichkeit.

Ab da wird dein Kopf laut. Richtig laut. So viele Gedanken auf einmal: „Was, wenn ich mich total unwohl fühle?“ „Was, wenn ich alleine beim Essen sitze?“ „Was, wenn ich merke, dass ich seekrank werde?“ „Was, wenn ich einfach nur wieder nach Hause will?“

Und der schlimmste Gedanke?

„Was wenn ich es bereue aufs Schiff gegangen zu sein?“

Aber wenn du ehrlich bist, gibt es da noch einen. Viel leiser, aber ehrlicher – deine leise, mutige innere Stimme: „Was, wenn ich es nicht mache und es bereue? Und genau da beginnt es zu kippen. Nicht plötzlich. Nicht mutig. Eher wie ein inneres Nachgeben. Irgendwann hat Christiane einfach da gesessen und gedacht:

„Warum eigentlich nicht?“

Nicht, weil sie keine Angst mehr hatte, sondern weil sie gemerkt hat, dass sie sich gerade selbst zurückhält. Vielleicht sitzt du genau da – der „Buchen“-Button vor dir, und dein Herz schlägt schneller. Du weißt: Du kannst jederzeit abbrechen. Du musst niemandem etwas beweisen. Und du kannst es einfach mal ausprobieren.

Kein großer Mut-Moment. Eher dieses leise:

„Okay, ich mach das jetzt einfach.“

Und dann klickst du. Im ersten Moment denkst du: Hilfe, was habe ich da gerade gemacht? Und jetzt kommt der Teil, über den kaum jemand spricht: Die Angst geht nicht weg. Sie kommt mit.

Beim Kofferpacken, auf dem Weg zum Hafen, in dem Moment, in dem du dein Schiff siehst – Christiane stand da und dachte sich: „Okay, ich kann immer noch zurück nach Hause.“

Aber sie ist geblieben. Nicht, weil sie plötzlich mutig war, sondern weil sie neugierig war, was passiert, wenn sie es nicht tut. Und genau das verändert alles. Nicht, dass die Angst verschwindet, sondern dass du gehst, obwohl sie da ist.

Du bist immer noch unsicher. Du hast immer noch diese Gedanken. Aber du bist nicht mehr die, die nur darüber nachdenkt. Du bist die, die losgegangen ist.

Mut fühlt sich nicht an wie Stärke. Mut fühlt sich an wie Angst und Vorfreude gleichzeitig. Zweifel und Losgehenwollen, Unsicherheit und Entscheidung für dich.

Viele warten darauf, dass sie sich bereit fühlen, dass die Angst weg ist, dass es sich richtig anfühlt. Aber dieser Moment kommt nicht. Was kommt, ist etwas anderes:

„Ich habe Angst, aber ich gehe trotzdem.“

Und vielleicht ist genau das dein Anfang. Nicht perfekt. Nicht klar. Aber ehrlich. Wenn du dich hier wiedererkennst, dann bist du nicht zu unsicher. Du bist genau an dem Punkt, an dem Christiane damals auch war. Und vielleicht ist genau jetzt dein Moment.

„Ich schaffe das wirklich.“

Jede Reise beginnt, bevor du dich ganz bereit fühlst, und genau da da beginnt dein Wachstum.

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Mit Meeresrauschen im Herzen
Anja und Christiane 💙

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